Es gibt kaum etwas in der Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte

Keiner gibt gern zuviel Geld aus.

Dieses Prinzip gilt nicht nur für das Bauen von Massivhäusern, sondern wohl für die allermeisten Einkäufe und Geschäfte.

Es gibt allerdings eine Frage, die dabei viele vergessen (für sich) zu stellen. Welche Leistungen können auf ehrliche Art und Weiser erbracht werden, wenn man den Preis ins Bodenlose drückt?

Dass diese Überlegungen nicht neu sind, liegt auf der Hand. Wir haben uns auf die Suche gemacht und uns in unserer Bibliothek umgesehen.

06-10-24-Monokel

Bei diesem Stöbern und Blättern in den Archiven, stach uns ein Zitat von John Ruskin ins Auge.

John Ruskin war ein englischer Schriftsteller, Maler, Kunsthistoriker und Sozialphilosoph (* 8. Februar 1819 in London; † 20. Januar 1900 in Brantwood/Lancashire).

Mit den 1849 erschienen The Seven Lamps of Architecture und dem dreibändigen 1851 in London erschienenen Buch The Stones of Venice (dt. Die Steine von Venedig) leistete Ruskin wichtige Beiträge zur Architekturtheorie.

Zu der Frage des Preises für eine Sache oder Leistung meinte er:

„Es gibt kaum etwas in der Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte. Und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften.

Es ist unklug, zuviel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zuviel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.

Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas Geld zurück legen.

Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas besseres zu bezahlen.“

Wir können diesem Mann nur zustimmen.

Wer mehr über John Ruskin wissen möchte, der landet mit diesem Klick bei Wikipedia.

Ein Gedanke zu „Es gibt kaum etwas in der Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte

  1. Kerneldiva

    Wunderbar!

    Ich möchte den Blickwinkel auch auf die Medizin werfen da ich ihn diesem Feld tätig bin.

    Dieses wahrhaftige Beispiel von John Ruskin lässt sich auf die Krankenkassen umlegen.
    Im deutschsprachigen Raum wird ein grossteil der Medizin von den Kassenbezahlt. Die Grössenordnung des Eingriffes steht und die daraus entstehenden Kosten trägt AUSSCHLIEßLICH die Kasse. Somit steht jedem Sozialversicherten das voll Spektrum der medizinischen Versorgung.
    Als Leistung werden in AUT 18% des Gehaltes als Arbeitnehmer Sozialversicherung in die Sozialversicherungskassen eingezahlt.
    24% vom Bruttogehalt zahlt der Arbeitnehmer.

    Ausnahme sind die Zahnärzte.

    Nur die Grundversorgung wird von der Kasse gezahlt. Höherwertige Arbeiten oder Prothesen müssen mit Teilzuschlag oder vollkommen aus der eigenen Tasche bezahlt werden.
    Dies ist die einzige Disziplin die diese Ausnahme zu tragen hat.
    Viele Leute brüskiert der hohe Selbstbehalt und führen dessen Ärger meist am schuldlosen Zahnarzt ab.

    Jedewede durchgelebte Wiederholung dieses Sachverhaltes lässt mich Ruskin innerlich zitieren.

    Zu Bedenken ist bei dem Blick über den grossen Teich, dass bei invasiven Op`s Hypotheken und dergleichen aufgenommen werden müssen und die Kosten die in die Hundertausende gehen zu decken.
    Und ein Zahnärztbesuch eher mit weniger Unvernuft als gleich mit Freude über die vergleichsweise günstigen Behandlungen wahrgenommen.
    (Implantate und Prothesen ausgenommen)

    lg

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