Entwicklung des Saftblogs und die mögliche Bedeutung für ein Unternehmens-Blog aus der Baubranche


Kerstin Walter, vielen Bloggern bekannt als die Geschäftsführerin der Kelterei Walther und Bloggerin im Saftblog steht im interview blog Rede und Antwort.

Als einer der wenigen Unternehmerinnen, die über ein Blog mit Ihren Kunden in den Dialog treten, erläutert Kerstin, wie sie sich von Martin Röll vor zweieinhalb Jahren hat inspirieren lassen.

“Im Frühjahr 2004 erzählte uns Martin, daß wir doch anfangen sollten zu bloggen. Den Begriff hatten wir bis dato nie gehört. Um uns das Prinzip des Bloggens zu veranschaulichen, veröffentlichte Martin gegen einen Kasten Saft einen Eintrag, der zum Inhalt hatte, wie ihm die verschiedenen Sorten Saft so schmecken. An den ersten vier Kommentaren zu diesem Eintrag kann man im Nachhinein sehr schön sehen, was seit Januar 2006 (Start des Saftblogs) geschehen ist.

1. Kommentar: Kann ich diese leckeren Säfte auch in Bamberg kaufen?
Heute vertreiben wir bundesweit und im Ausland, damals fast ausschließlich im Umkreis von ca. 30 Kilometern.

2. Kommentar: Vorschlag einer Safttrinkerin - Probiert doch mal Holunder mit Birne statt Holunder mit Apfel!
Der Leser sagt uns, was er trinken ergo kaufen möchte. Aufgrund einer Umfrage im Saftblog verkaufen wir seit einigen Monaten Rhabarber-Nektar (welcher wegen Nichtgekauftwerdens auf der Abschußliste stand) in der Saftbox, mit dem Ergebnis einer 200 %igen Steigerung des Absatzes.

3. Kommentar: Hinweis auf eine Internetseite, auf der erklärt wird, was der Unterschied zwischen Bio und konventionellen Produkten ist, weil Martin danach gefragt hatte.
Vermittlung von branchenspezifischem Wissen: Bevor wir begannen zu bloggen, lief das so ab, daß wir Anfragen erhielten und diese einzeln und spezifisch beantworteten - heute tun wir das in aller Regel nur einmal im Blog für alle. Weiterer Vorteil: Leute die nach Informationen dieser Art suchen, landen über Suchmaschinen im Saftblog - auch wenn sie uns nicht kennen.

4. Kommentar: Einer unserer Kunden aus Wilhelmshaven schaltet sich ein und erzählt kurz über seine positiven Erfahrungen mit unserem Unternehmen
Mund-zu-Mund-Propaganda vom Feinsten - “worldwide” - weil “net”. Vor dem Saftblog konnte so etwas nur im kleinen Umkreis stattfinden.

Trotzdem begannen wir nicht zu bloggen. Wir kauften uns zwar einige Bücher über das Bloggen, allerdings war Corporate Blogging damals noch kein großes Thema. Diese Bücher befassten sich mehr mit dem privaten Bereich, der Technik, den Anbietern der Software usw. Die Erleuchtung kam erst im Sommer 2005, als Frosta zu bloggen begann - was wir natürlich bei Martin gelesen hatten. Frosta verfolgt eine ganz ähnliche Strategie wie wir, nur halt im Tiefkühlkostbereich und jetzt begriffen wir langsam, wie wirkungsvoll ein Blog sein kann. Damals gaben wir zumindest schon mal die grafische Gestaltung unseres Blogs in Auftrag, nachdem wir uns für b2evolution als Software entschieden hatten. Dann kam die Erntekampagne im Herbst und als wir im Januar wieder aufatmen konnten, wurde der erste Eintrag geschrieben - am 19. Januar war dieser für unser Unternehmen denkwürdige Tag.”

Wie könnten wir diese Kommentare auf die Baubranche und die VarioSelf Gruppe übertragen?

zu 1: Wir haben regionale Franchise-Partner. Durch die Unternehmensblogs jedes einzelnen Partners können sich alle Partner im Internet darstellen. Egal woher die Besucher kommen und auf welchem Blog unserer Partner sie landen, wenn ihnen unsere Philosophie gefällt, ist ihr regionaler Partner mit seinem eigenen Blog nur einen Mausklick entfernt.

zu 2: Die Beteiligung unserer Kunden zu verstärken - genau das ist eines der Ziele unserer Unternehmens-Blogs. “Holunder mit Apfel” können wir nicht mischen, aber unsere Grundrisse den Wünschen der Kunden anpassen schon. Wir sind gespannt!

zu 3: “Vermittlung von branchenspezifischem Wissen”: Das dürfte in der Baubranche mindestens so wichtig sein, wie in der Kelterei. Die vielen technischen Herausforderungen beim Hausbau bieten hierfür ein ideales Umfeld.

zu 4: Wir sind gespannt, aus welchen Ecken der Welt uns die Anfragen und Kommentare erreichen. Eines ist sicher. Durch die Unternehmensblogs wird auch die Welt für die VarioSelf-Gruppe eine ganze Ecke kleiner.

Kerstin Walther, vielen Dank für die Vorreiter-Rolle. Martin Röll, vielen Dank für den Anstoß. Dem Interview-Blog vielen Dank für die aufschlussreichen Fragen.

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